Deutsche Fernschule in Moldau

Ilonka Lindenhain Kundenecho

Familie Dauth in Moldau (1997 – 2001)

Andreas Dauth trat mit 30 Jahren ins Auswärtige Amt ein und arbeitete seitdem weltweit in verschiedenen deutschen Auslandvertretungen. Seine Familie mit zwei Kindern begleitete ihn u. a. nach China, Moldau, Pakistan, Israel und nochmals Pakistan. Beide Kinder haben den Fernunterricht in der Deutschen Fernschule durchlaufen und sind inzwischen erwachsen. Kürzlich schrieb er uns seine rückblickende Einschätzung:

Wir haben 1997 den Sohn und später dann auch die Tochter bei der Deutschen Fernschule (DF) in Wetzlar angemeldet und das Fernschulsystem begonnen – und sind bis zum Abitur dabei geblieben!! Alle Posten waren möglich (die Schule war ja im Koffer), Krisensituationen gut überstanden (die Schule war ja im Koffer), Urlaube außer Saison die Regel (die Schule war ja im Koffer)!

Der Haupteinwand gegen diese Schulform ist, dass die Kinder angeblich „sozial verkümmern“ würden. Hierzu kann ich nur sagen, dass unsere öffentlichen Schulen nicht automatisch soziales Verhalten generieren, die Kinder oft gerade Verhaltensweisen nach Hause bringen, die man sich nicht wünscht. Zweitens suchen Kinder natürlicherweise immer Kontakte zu anderen. Diese ergeben sich beim Sport, beim Musizieren, im Verein, durch Kollegen mit Kindern, etc. Man muss als Eltern einfach darauf achten, dass sich diese Kontakt ergeben. Dagegen wird die Eltern-Kind-Beziehung im Rahmen der Fernschule enorm vertieft und bildet eine gute emotionale Grundlage durch das Teenager-Alter hindurch.

Beide Kinder studieren heute und erinnern sich gerne an die Fernschule. Das volle Paket – so wie es bei uns gelaufen ist – ist sicher nicht „everybody’s cup of tea“. Ich erinnere aber daran, dass man z. B. auch ein Jahr an einem Posten verlängern kann und dies dann schulisch mit der Fernschule überbrückt. Auch kann das Fach Deutsch in der Grundschule zusätzlich belegt werden, falls es keine deutsche Schule vor Ort gibt.“

 Andreas Dauth, Ständiger Vertreter an der Deutschen Botschaft in Mauretanien, Januar 2017