Zweimal Bangladesch, zweimal Deutschland

Ilonka Lindenhain Tipps-und-Tricks

Familienbild

2011 sind mein Mann Sam und ich (Anne) bereits zum zweiten Mal nach Bangladesch ausgereist. Unsere Kinder Emma, Amos und Silas waren zu der Zeit 5, 4 und 1,5 Jahre alt. Da stellte sich schon bald die Frage nach Schulbildung. Wir wohnten damals im ländlichen Bangladesch, und das bedeutete automatisch Fernschule. Da ich als Kind selbst (erfolgreich) mit der Deutschen Fernschule (DF) unterrichtet wurde, war klar, dass wir die Dienste der DF in Anspruch nehmen würden.

Später zogen wir nach Dhaka, in die Hauptstadt Bangladeschs. Ab da gingen unsere Kinder dann in eine englische Schule. Uns war es wichtig, dass sie das Fach Deutsch weiterhin haben, in der Hoffnung, dass sie sich dann in Deutschland einfacher einfinden könnten.

2015 gingen wir dann das zweite Mal in den Heimataufenthalt nach Deutschland, diesmal mit Schulkindern. Da hatten wir so manche Hürden zu überwinden. Hier etliche Tipps, die uns wirklich geholfen haben:

Klasse kennenlernen ohne Leistungsdruck

Wir sind Ende Juni nach Deutschland zurück. Da in Baden-Württemberg, wo wir unseren deutschen Wohnsitz haben, die Sommerferien erst Ende Juli beginnen, hatte die Schulleitung der zukünftigen Schule unserer Kinder angeboten, dass unsere Kinder die letzten Wochen vor den Ferien noch in ihren späteren Klassen mitlaufen könnten. Somit hatten sie keinen Leistungsdruck, aber die Chance, ihre Klassenkameraden und die Schule schon mal kennenzulernen. Das machte auch die darauffolgenden Sommerferien viel entspannter, da die Kinder wussten, was sie erwartete.

Konstanten ermöglichen

Was ich, Anne, selbst Missionarskind, damals als sehr positiv empfunden habe, war, dass wir als (meine Ursprungs-) Familie immer an den gleichen Ort in Deutschland zurück kam. Somit kannte ich mein Umfeld, manche Nachbarn und Kinder noch. Deshalb haben wir nun als Familie auch entschieden, uns an einem Ort in Deutschland „niederzulassen“, um unseren Kindern eine Konstante zu ermöglichen, so gut es geht.

„Unauffälliges“ Ankommen

Weil meine Eltern, damals mit 6 Kindern, sich nicht viel Neues leisten konnten, bekamen wir oft Second-Hand-Ware. Wir wurden regelrecht ausgelacht, fielen negativ auf. Sam und ich haben deshalb zum Beispiel entschieden, dass wir unseren Kindern neue Schulranzen kaufen. Das war für sie sehr besonders! Das kann von Kind zu Kind, Familie zu Familie anders sein. Einfach überlegen, wie man ein möglichst „unauffälliges“ Ankommen ermöglichen kann.

Nahtloser akademischer Übergang

Was in unserem Fall gilt ist, dass die „extra Arbeit“ mit der Fernschule, sprich das Fach Deutsch, unseren Kindern einen relativ nahtlosen akademischen Übergang verschafft hat. Wir können es nur empfehlen.

Begleitung durch Freunde

Für mich als Mama – wir Mamas sind ja oft diejenigen, die das mit den Kindern regeln – war die Rückkehr nach Deutschland auch herausfordernd. Die Schule und das damit verbundene System war für mich absolutes Neuland, von Kindersitzen ganz zu schweigen. Nach Jahren im Ausland haben sich Deutschland und seine Anforderungen auch verändert.
Ich hatte eine Freundin vor Ort, die mir da beistand. Bevor wir nach Deutschland kamen, hat sie unsere Kinder bei der Schule angemeldet, uns entsprechende Kindersitze besorgt. Bei jeglichen Fragen, habe ich sie angerufen, sei es Hausaufgaben, die mein Sohn nicht aufgeschrieben hatte, Listen für Schulmaterialien, die ich nicht hatte, Erinnerungen an Elternabende usw.