Sehr schnell stand für uns fest, dass wir uns für die Deutsche Fernschule entscheiden.

Deutsche Fernschule Erfahrungsberichte

Wenn man mit schulpflichtigen Kindern im Ausland lebt, stellt man sich irgendwann die Frage: Welches Schulmaterial nehmen wir? Wer unterrichtet die Kinder? Wo wird unterrichtet? Diese und ähnliche Fragen hat sich auch Familie Michel gestellt, die für einige Jahre mit ihren beiden Kindern Julian und Melanie in Kenia gelebt hat. In einem Bericht erzählt uns Frau Michel von ihrer Fernschulzeit.

Deutsche Fernschule in Kenia

Im Vorfeld haben wir uns von anderen Missionaren beraten lassen und uns die “Schule” angeschaut. Sehr schnell stand für uns fest, dass wir uns für die DF entscheiden. Mir war besonders wichtig, dass die Zeugnisse bei Rückkehr nach Deutschland anerkannt werden. Ich fand es sehr praktisch, dass wir uns eine eigene Minischule gebaut haben. Das empfehle ich jedem, der die Möglichkeit dazu hat. Alle Schulmaterialien sind an einem Ort und der Unterricht kann in einer schulähnlichen Atmosphäre stattfinden.

Wir haben zusätzlich eine Tafel – Whiteboard – angebracht und an den Wänden war viel Platz für Bilder, Plakate und Regeln…

Dadurch, dass die Schule etwa 70 m von unserem Wohnhaus entfernt war, hatten unsere Kinder das Gefühl zur Schule zu “gehen”.

In den letzten zwei Jahren hatte ich gleichzeitig zwei Schüler in verschiedenen Klassenstufe zu betreuen. Da haben wir den Arbeitstisch mit einer Trennwand geteilt, so dass jeder ungestört seinen Aufgaben nachgehen konnte.

Unser Stundenplan

Da es manchmal als Mutter nicht einfach ist die Kinder zum Lernen zu motivieren, habe ich es vorgezogen morgens die Fächer Deutsch und Mathematik als erstes zu unterrichten und Sachunterricht eher zum Schluss.

Es ist zwar realitätsfern, aber als Mutter muss man neben dem Unterrichten auch den Haushalt schmeißen, das Mittagessen zubereiten (in Kenia pünktlich um 13:00 Uhr) und oft kamen andere wichtige Sachen dazwischen.

Kleines Beispiel:

  • 1. Stunde: Deutsch
  • Pause: Abwasch oder Wäsche zum Trocknen aufhängen
  • 2. Stunde: Mathematik
  • Pause: medizinischer Notfall – ich habe früher Wundversorgung gemacht, wegen der Schule werden nur noch Notfälle behandelt
  • 3. Stunde: Sachunterricht
  • Pause: Mittagessen
  • 4. Stunde: Vorbereitungen für Tests, Fächer wie Kunst, Englisch

Das Praktische an dem Programm ist, dass die Lektionen zeitlich immer gut zu bewältigen sind und man in der Gestaltung des Unterrichts sehr flexibel ist.

Uns war es wichtig, morgens gemeinsam mit den Einheimischen in der Bibel zu lesen. Manchmal verschob sich dadurch der Unterrichtsbeginn nach hinten und wir konnten nicht pünktlich um 9:00 Uhr beginnen. Doch oft erlebten wir gerade an solchen Tagen, dass die Kinder die Zeit wieder aufholten, weil sie hochmotiviert waren und ihnen die Lektionen nicht so schwer fielen. In vielen Situationen haben wir erfahren, dass Gott uns beschenkt und uns mit allem versorgt, was wir brauchen. So wie Jesus es in der Bibel zusagt: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.

Lernstoff

Julian und Melanie mochten am liebsten den Sachunterricht. Die Themen waren immer sehr spannend und abwechslungsreich aufgebaut – mit vielen Versuchen und Bastelarbeiten.

Das Lernen mit der Wörterbox (Deutsch) fanden sie auch sehr gut. Die Lektüre und die dazugehörigen Aufgaben fanden beide Kinder ganz toll.

In Mathematik fand ich schön, dass die Kinder selber wählen durften, welchen Rechenweg sie verwenden möchten. Bei schwierigen Aufgaben wurde es Schritt für Schritt erklärt.

Was ich sehr schätze, dass die Schreibschrift früh erlernt wird, so auch das Schreiben mit dem Füller. Viele Kinder in Melanies Klasse sind mit der Schreibschrift noch nicht vertraut und zu Melanies Bedauern darf sie den Füller nur sehr selten benutzen.

Insgesamt sind die Lektionen attraktiv, interessant und verständlich gestaltet.

Pädagogische Betreuung durch die DF

Auf die Rückmeldungen im Betreuungsbrief von der Betreuungslehrerin wurde immer ganz gespannt gewartet. Ich möchte an dieser Stelle ein dickes Lob an Frau Schumacher aussprechen! Sie hat die Briefe immer liebevoll mit vielen Bildern, Witzen, Rätseln und Bastelanleitungen gestaltet.

Danke aber auch für die Tipps, Motivation, Korrektur und Kritik. Ich fühlte mich immer gut beraten und gut aufgehoben.

Unsere Rückkehr nach Deutschland

Für alle Beteiligten war die Rückkehr sehr spannend und alle fieberten dem Schulbeginn entgegen.

In Juni durfte Melanie sich der Klasse schon einmal vorstellen und von sich erzählen. Für sie war es eine positive Erfahrung, alle Schüler waren neugierig auf Melanies Erfahrungen im Ausland und sie wurde von allen herzlich aufgenommen. Melanie freute sich schon rießig auf das neue Schuljahr.

Die Umstellung war am Anfang schon zu merken: Am ersten Tag kam Melanie nach Hause und hatte alle Hausaufgaben in der Schule liegen gelassen. Melanie sagte nur, keiner hat mir gesagt, dass ich sie einpacken musste. Sie musste sich an andere Lernmethoden und Abläufe gewöhnen. An die Lautstärke im Unterricht hat sie sich immer noch nicht gewöhnt. Einmal kam sie nach Hause und beschwerte sich, dass der Sachunterricht gar keinen Spaß mache. Seit Schulbeginn nehmen sie immer noch das Thema Getreide durch. Nun, im Klassenverband ist das Lernen nun auch mal anders…Als die Klasse dann aber Ausflüge zur Mühle oder ins Theater machte, hat es wieder Spaß gemacht.

Für Melanie war der Sport- und Schwimmunterricht ein Erlebnis! Sie hat sich über die neuen Fächer richtig gefreut. Seitens der Lehrkräfte bekam Melanie große Unterstützung und Motivation. Mittlerweile findet sich Melanie gut zurecht, hat sich gut eingelebt und geht gerne in die Schule.

Da für alle Fünftklässler der Schulwechsel Veränderungen mit sich bringt und alle sich neu einleben mussten, fiel Julian als Neuling nicht so auf. Anfangs hatte er Schwierigkeiten sich alles richtig zu notieren, Schulsachen vollständig zu packen und vorzubereiten, sich im Unterricht mündlich zu beteiligen… Von den Lehrern hat er Unterstützung, Motivation und Rücksicht erfahren.

Im Ganzen sind beide Kinder gut in den Schulen integriert worden und gehen gerne zur Schule.