Kanne und 6 zylindrische Gläser mit Flüssigkeit

Wasserglasmethode – ein Erfahrungsbericht

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Kanne und 6 zylindrische Gläser mit Flüssigkeit

Unser Kind ist 8 Jahre alt und ein aufgeweckter Junge. Er hat Freude an den Fächern Deutsch, Englisch und Musik. Nur mit Mathematik hat er – bislang – keinen Vertrag geschlossen. Schon in der ersten Klasse konnte er nicht unmittelbar verstehen, dass drei und sieben zehn ergeben, vier und sechs aber auch. Wie konnte das gehen, dass für ein- und dasselbe Ergebnis verschiedene Rechenwege möglich sind?

Es zeigte sich, dass er Mühe hat, mathematische Zusammenhänge und Prinzipien zu verstehen und entsprechende Grundfertigkeiten zu entwickeln. Darunter zählten z.B. das Rechnen im Zahlenraum bis 10 und auch der Zehnerübergang. Nach einer Empfehlung von seiner Grundschullehrerin entschieden wir uns, mit ihm die Wasserglasmethode nach Angelika Schlotmann durchzuführen.
Die Wasserglasmethode hilft Kindern mit Dyskalkulie und Rechenschwäche Mathematik zu (be)greifen. Bei dieser Methode werden die Zahlen eins bis zehn anhand von Wasserständen (Schlücken) in Gläsern dargestellt. Der Schüler erfasst die Zahl als Füllhöhe im Glas und entwickelt dabei ein Verständnis des Zahlenprinzips. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass das rechenschwache Kind mit Hilfe dieser Methode ein mathematisches Grundverständnis entwickelt und es befähigt, dieses kompetent anzuwenden.

Unser Kind hat viel Freude beim Lernen mit dieser Methode. Er darf selbstständig die Gläser mit Wasser füllen und die Rechenschritte ausführen. Durch die spielerische Art, mit Wasser zu rechnen, kommt keine Langeweile und Frust auf – im Gegenteil: Er selbst fordert das tägliche Arbeiten mit der Wasserglasmethode ein. Vor ein paar Wochen war es noch kaum vorstellbar, dass Rechnen mit Mama Spaß machen kann.
Zurzeit bewegen wir uns noch im Zahlenraum bis 10. Dazu benutzen wir zehn Gläser, die jeweils mit einem „Schluck“ gefüllt werden. Und dann wird eifrig, je nach Rechenaufgabe, um- und ineinander geschüttet. Das macht natürlich Spaß und auch schon sein jüngerer Bruder ist ganz begeistert und möchte auch mal „Schütten“. Unser Kind entwickelt zunehmend eine bessere Vorstellung von Zahlen und Mengen.

Wir bleiben dran und hoffen, dass sich dies auch bald in seinen mathematischen Leistungen in der Schule zeigen wird!

Annette D., Mutter in der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Schule, Wetzlar